Die überwiegende Mehrzahl der Nutzer von Online-Zeitungsauftritten sind gleichzeitig auch Leser der gedruckten Zeitung. Laut einer neuen Umfrage des Newspaper National Network LP hätten 81% aller Nutzer von Online-Zeitungsauftritten in den vergangenen 7 Tagen auch eine Druck-Zeitung gelesen. Das Internet kanibalisiere also keineswegs die Tageszeitung, so folgert NNNLP, sondern wirke eher ergänzend.
Dass dass NNNLP als Vermarktungsnetzwerk von 24 großen US-Zeitungsverlagen eine solche Schlußfolgerung aus der Studie zieht, ist wenig verwunderlich. Man könnte die Zahlen jedoch auch anders interpretieren: Tatsächlich haben es die Zeitungen nicht geschafft, ihren Leserkreis durch ihre Online-Auftritte signifikant auch auf Zielgruppen zu erweitern, die keine gedruckte Zeitung lesen. Interessant wäre es daher, die Studie auch auf andere Nutzer wie etwa von Yahoo News, dem inzwischen weltweit reichweitenstärksten Anbieter von Online-Nachrichten zu erweitern. Denn ob von diesen Nutzergruppen noch immer ein Großteil treue Zeitungsleser sind, ist mehr als fraglich.
Interessant ist in diesem Kontext auch das Internet-Nutzungsverhalten derjenigen, die ihre Informationen ausschließlich aus dem Online-Auftritten der Zeitungen beziehen. 61% der reinen
Online-Nutzer nutzen inzwischen Video- und Audioformate, 52% schreiben oder lesen Blogs und 46% gehören einer Internetgruppe an. Es ist diese Zielgruppe der digitalen Migranten, die Zeitungen mit ihren Webauftritten künftig erreichen müssen, um dem schleichenden Verfall der Leserschaft im Print-Bereich entgegenzuwirken - und weniger diejenigen, die sie ohnehin schon über ihre gedruckten Ausgaben erreichen.


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