Ein interessantes Licht auf das Social Networking Phänomen wirft eine Studie von Ipcos Insight mit dem Titel "The Face of
the Web 2006". Von November bis Dezember 2006 befragte Ipcos urbane Internetnutzer nach ihrer Nutzung von Social Networking Angeboten. Rund ein Fünftel aller Nutzer gaben an, während des vergangenen Monats mindestens einmal eine Social Networking Site aufgesucht zu haben.
Interessanter als dieser Durchschnitt ist jedoch die Verteilung der Nutzung in verschiedenen Ländern: Mit ca. 55% aller erwachsenen Internetnutzer führt Südkorea die Liga der aktiven Social Networker in den untersuchten Ländern mit deutlichem Abstand an, in den USA werden Social Networks mit 24% der Nutzer noch nicht einmal halb so intensiv genutzt. Und Deutschland liegt mit einer Reichweite von 14% aller Nutzer auf den hintersten Plätzen der Social-Networking-Liga.
So weit so gut - doch welche Erkenntnisse lassen sich aus dieser Analyse gewinnen? Zwei mögliche Erklärungen bieten sich an:
Erklärung 1: Die Deutschen sind einfach nicht an Social Networking-Optionen im Internet interessiert. Das Thema Social Networking wird sich daher in Deutschland auch langfristig nicht durchsetzen.
Erklärung 2: Erfolgreiche Angebote treiben den Markt und damit auch die Nutzung von Social-Networking-Seiten insgesamt. In Südkorea sind 30% aller Internent bei CyWorld registriert und richten sich hier ihre virtuellen Repräsentationsräume ein - mit teilweise kostenpflichtigen Gadgets. In Brasilien - mit 41% auf dem zweiten Platz der Social Networking Reichweite bestimmt Orkut (ein Ableger von Google) das Geschehen, in den USA wird der Markt von MySpace dominiert. Kurzum: Wo immer ein Anbieter sich mit einem schlüssigen Konzept am Markt durchsetzt, wird die Social Networking-Nutzung insgesamt nach oben katapultiert.
Und in Deutschland? Hier gibt es bis auf StudiVZ, einem abgespeckten Ableger von Facebook, dem recht erfolgreichen Business-Netwerk Xing, einer Reihe von Nischenanbietern wie den Lokalisten sowie einem Mammut-Katastrophenprojekt namens T-Community bislang noch keinen einzigen, innovativen oder marktdominierenden Anbieter - und damit auch keinen "Massen-Durchbruch" des Social Networking Phänomens.


Man müsste mal gegenchecken, ob die Aussagen mit der Anzahl der Breitbandanschlüsse korrelieren. Auf heise kam gestern die Nachricht, dass Deutschland nur sehr langsam aufholt (http://www.heise.de/newsticker/meldung/92483).
Kommentiert von: Ralf Klamma | 11. Juli 2007 um 13:21 Uhr
Das würde mich doch sehr wundern - ein absolutes Gegenbeispiel wäre hier Mexico, das bei der Breitband-Versorgung weit unterhalb des Niveaus von Deutschland liegt.
Kommentiert von: DT | 11. Juli 2007 um 20:00 Uhr