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  • Digital Media Trends analysiert die Treiber der digitalen Medienzukunft. Der Author, Daniel Tschentscher, ist Entrepreneur, Berater und Zukunftsforscher und und blickt auf langjährige Erfahrungen in der strategischen Entwicklung von digitalen Medien zurück.

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22. Juni 2007

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Folgende Weblogs beziehen sich auf 4 Mrd. US$ Umsatz mit nutzergenerierten Inhalten?:

Kommentare

Kantenner

Verstehe ich Sie richtig falsch, dass Sie sich über Prognosen ärgern, sie für unnütz halten, oder für „die Zukunft verfälschend“ (Und gehören Sie nicht, wie links zu lesen ist, selbst zu der Branche?) ? Oder zweifeln Sie nur an dem „Shift“, den Sie dann aber doch „logisch“ finden?

Gleichviel, mich interessiert an diesen Zahlen eigentlich nur der Werbemarkt als solcher. Ich frage mich, wie lange wir noch „nur“ über werbegetriebene Geschäftsmodelle nachdenken können. Der (mindestens in den „westlichen Ökonomien“) endliche (Werbe-)Kuchen verteilt sich über eine im Sekundentakt anwachsende Anzahl von Plattformen, nicht zu sprechen von der Ermüdung, mit der Werbung zunehmend zu kämpfen hat.

Immerhin leuchtet mir ein, dass Werbung immer auf der Suche nach denjenigen Umfeldern ist, in denen sie (überhaupt noch) wahrgenommen wird. Was im TV weggezappt, in Print überblättert, im Radio leisegedreht wird, das sucht nun einen neuen Resonanzboden in „authentischen“ Umgebungen, in denen „die inhaltliche Glaubwürdigkeit“ noch nicht dem Kommerz geopfert wurde. Eine Weile sollte das gutgehen – insofern erscheinen mir die Prognosen ganz plausibel (selbst wenn die „Nachkommastellen“ einem Algorithmus geschuldet wären).

Daniel Tschentscher

Sie verstehen mich richtig - und falsch zugleich. Natürlich halte ich die grundlegende Prognose eines rapiden Anstiegs der Werbeausgaben auf nutzergenerierten Plattformen für richtig - immerhin ist dies eine logische Konsequenz des Aufmerksamkeits-Shifts hin zu diesen Plattformen (und weg von "klassischen" Medienangeboten).

Was mich indes wundert (sowohl an dieser wie auch an jeglichen anderen statistischen Prognosen), ist die Sicherheit, mit der Institute wie eMarketer die konkrete Umsatzentwicklung in den nächsten 4-5 Jahren bestimmen wollen. Solche Kalkulationen können nur auf Hypothesen beruhen, die angesichts der schnellen Umbrüche in den digitalen Medien (a) jederzeit von neuen Entwicklungen überholt werden können und (b) ohnehin schwer quantifizierbar ist. Natürlich - und das ist keine Frage - werden solche Zahlenspiele nur zu gern von Journalisten und in Unternehmenspräsentationen aufgegriffen, allein ihr wirklicher Wert erscheint mir fragwürdig.

Dessen ungeachtet bin ich der Meinung, dass sich Zukunft durchaus prognostizieren lässt, allerdings eher in qualitativer Form. Aus diesem Grund bin ich selbst in meiner Beratungstätigkeit mit quantitativen Prognosen eher zurückhaltend, auch wenn solche gerade im deutschen Management natürlich immer wieder nachgefragt werden. Tatsächlich glaube ich, dass die Auseinandersetzung mit den qualitativen Treibern neuer Medienentwicklungen heutzutage sehr viel zielführender ist als das kontinuierliche Studium von publikumswirksamen quantitativen Prognosen. Innovative Webunternehmen wie Google bauen hierauf ihre Geschäftsstrategien auf - nicht auf ein "Kristallkugel-Lesen" künftiger Marktvolumina.

Allerdings erfordert ein solcher Ansatz Mut, birgt er doch eine gewisse Unkalkulierbarkeit von Investitionsentscheidungen. Gerade in Deutschland fehlt mir dieser Mut - vor allem in etablierten Unternehmen der Medienbranche.

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