Mehr als 4 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet Google zurzeit mit seinem AdSense-Programm, dass über den Abgleich von Schlüsselwörtern automatisch kontextuelle Werbung auf den Seiten von Partnern einblendet. Ein lohnendes Geschäft. Und eines, dass die komplette Online-Branche im Internet auf den Kopf gestellt hat. Denn durch den automatischen Abgleich von Werbebotschaften und Medien-Kontexten erschließt Google den Long Tail der Werbemärkte, und zwar sowohl durch die Erweiterung des Kreises von Werbekunden als auch durch die Ausweitung der potentiellen Werbeplattformen (z.B. auf Nischenplattformen und nutzergenerierte Seiten). Im Schnitt schüttet Google rund 80% der Werbeeinnahmen an die Partner aus (vgl. Tabelle), dank des vollautomatisierten AdSense-Ansatzes ein hochprofitables Geschäft.
Grafik: AdSense Umsätze und Publisher Payout
Durch die Erschließung neuer Zielgruppen, die mit traditionellen Kampagnenplanungen bislang nicht effizient bedient werden konnten, erweitern Kontext-Programme wie Google AdSense oder das Yahoo Publishing Network den Werbemarkt in den digitalen Medien also in zwei Richtungen (siehe Grafik). Zudem führt die skalierbare Granularität der maschinellen Werbeplatzierung ftrotz noch vorhandener Fehler inzwischen oftmals zu besseren Werbekonvertierungen als "menschlich" geplant Kampagnen (nach Schätzungen erzielt Google AdSense Clickthrough-Raten von 2-4%, einer Konvertierung, die nur von wenigen Bannerkampagnen erreicht wird).
Nun soll die automatische Platzierung von Werbebotschaften auch auf multimediale Inhalte wie Audio- und Videodateien ausgedehnt werden. Das Schlüsselwort heißt hier "Spracherkennung". So hat die Video-Suchmaschine Blinkx vor wenigen eine kontextuelle Werbeplattform namens Blinkx AdHoc gelauncht, die automatisch kontextsensitive Werbebotschaften in Webvideos einblenden soll. "Just as Google’s AdSense transformed advertising on the Text Web, blinkx’s AdHoc platform will revolutionize video advertising by matching compelling, customized, TV-style ads to your audience on the Video Web" - so bewirbt Blinkx sein neues Angebot.
Das Prinzip der kontextuellen Werbeeinblendung folgt dem von Google AdSense: Über eine Spracherkennungssoftware analysiert Blinkx automatisch die Textinhalte von Videos, und ermöglicht dann in einem zweiten Schritt eine Einblendung von TV-Spots, die über gebuchte Schlüsselwörter mit dem Inhalt des jeweiligen Videos gematcht werden.
Suche als Schlüsseltechnologie
In den vergangenen Jahren hat sich Blinkx bereits einen Namen durch den Einsatz von Sprach- und Bilderkennungssoftware in der Videosuche gemacht (auch letztere könnte mittelfristig für den kontextuellen Abgleich von Werbebotschaften eingesetzt werden). Die Ausweitung des Geschäfts auf eine Werbeplattform ist daher nur eine logische Konsequenz - und beweist einmal mehr, dass sich die Suche als "passiver Spiegel eines aktiven Informations-Matchings" inzwischen zum Schlüsseltechnologie für erfolgreiche Geschäftsmodelle im Internet entwickelt hat.
Natürlich versucht Blinkx nicht allein, den milliardenschweren Multimedia-Werbemarkt mit einer eigenen Kontext-Werbevermarktungsplattform zu erobern. So hat die US-Firma Wizzard-Software, Anbieter der weltweit größten Podcast-Netzwerkes, ein Werbenetzwerk zur automatischen Einblendung von kontextuellen Werbespots in Podcasts angekündigt, ein Geschäftsfeld, auf dem sich auch die Audio- und Videosuchmaschine Podzinger mit ihrer Plattform Everything umtreibt. Auch Digitalsmiths, ein weiterer Anbieter von Video-Matchingtechnologie, hat gerade eine erneute Finanzierungsspritze von 6 Mio. US$ zum Ausbau seines VideoSense-Systems erhalten.
Unabhängig davon, welche(r) Anbieter sich am Ende durchsetzt, ist das automatische Werbetargeting von Audio- und Videoformaten eine der wichtigsten Voraussetzung zur Monetarisierung des fragmentierten Online-Videomarkts und insbesondere von nutzergenerierten Videoplattformen wie YouTube oder MyVideo. Die Defragmentierung der Informations- und Werbemärkte, die in Online-Textmedien schon seit Jahren abzeichnet, erobert damit im nächsten Schritt auch den Multimedia-Bereich.
Grafik: Die vollautomatische Werbeplatzierung erweitert den Werbemarkt in zwei Richtungen



And another one: Broadband Enterprises has launched vComm, a Web-based platform where publishers and advertisers can exchange contextually relevant video ad inventory. vComm allows advertisers to purchase contextually relevant video ad inventory a la Google's AdSense, while letting publishers monetize more of their video- and text-based content.
Similar services are presently being developed by DoubleClick, which was acquired by Google in April for $3.1 billion; Right Media, which was sold to Yahoo for more than $680 million that same month; and Atlas, which Microsoft got in May as part of its $6.1 billion acquisition of aQuantive. While each company offers massive ad networks -- or an ad exchange in the case of Right Media -- Broadband Enterprises claims it is the first to bow an exchange focused mainly on video advertising.
Kommentiert von: DT | 04. Juli 2007 um 18:40 Uhr