Wie lange wird es wohl dauern, bis wir die reale Welt mit einer virtuellen 3D-Abbildung überlagern? Die jüngsten technologischen Fortschritte in diesem Umfeld sind jedenfalls vielversprechend - und geben einen Vorgeschmack auf eine künftige hybride Überlagerung von virtuellen Daten und unserem gewohnten Blick auf die reale Umgebung.
Mit Microsoft Street Side und einem ähnlichen Projekt von Google ist es heute schon möglich, per PC "virtuell" durch die Straßen einer Großstadt zu fahren. Hierzu werden massenweise Fotografien übereinandergelegt und "live" zu Animationen berechnet. Die Auflösung der gerenderten Videos ist erstaunlich, und ebenso das "Gefühl" der Bewegung (etwa bei Vorwärtsbewegungen oder Drehungen).
Nun legt Microsoft noch einmal nach: Mit der neuen Software Photosynth soll es künftig möglich sein, beliebige Mengen von Photos zu neuen 3D-Ansichten zusammenzufügen. Die Resultate sind beeindruckend (siehe Video unten für ein Demo der Software). Die BBC - bei technologischen Neuentwicklungen immer vorne mit dabei - hat inzwischen eine Webseite gelauncht, die mithilfe von Photosynth historische Gebäude in Londen in 3D abbilden soll. Einziger Nachteil: Wie viele andere Microsoft-Entwicklungen läuft Photosynth nur auf Windows-Rechnern und erfordert den Download einer Applikation.
Everyscape ist technologisch ein weit weniger anspruchvolles Projekt, dürfte aber zumindest in naher Zukunft größeren Nutzen aufweisen. Ähnlich wie die Google und Microsoft-Applikationen rendert auch Everyscape aus zweidimensionalen Fotos virtuelle 3D-Ansichten. Anstatt wie Google und Microsoft jedoch selbst hunderttausende von Fotos aufzunehmen, setzt Everyscape auf die Macht der Nutzer. Diese sollen ab Herbst selbst ihre Fotos auf Everyscape hochladen können, aus denen dann die entsprechenden 3D-Ansichten generiert werden. Pluspunkt: Ein Software-Download ist hierzu nicht erforderlich.
Noch stehen viele dieser Technologien erst am Anfang, doch lässt die technologische Entwicklung schon heute die Macht einer künftigen 3D-Abbildung der realen Welt erahnen. Sollte es z.B. gelingen, die unüberschaubare Zahl von User-generierten Fotos und Videos auf Plattformen wie Flickr, Photobucket oder Live-Blogs zu einer 3D-Ansicht der realen Welt zusammenzusetzen, könnten wir schon bald auf unserem Monitor die Nachbarschaften fremder Städte erkunden.


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