Wie bereits angekündigt, hat Google nun sein neues Tool zur Live-Übersetzung von Suchresultaten online geschaltet. Wer auf Google Übersetzung künftig eine Suchabfrage eingibt, kann sich diese automatisch auch in eine Fremdsprache übersetzen lassen. In den Suchergebnissen zeigt Google dann Ergebnisse aus diesem Sprachraum an, und zwar sowohl in der Originalsprache als auch in der Sprache des Nutzers. Mit einem Klick auf das jeweilige Ergebnis gelangt der Nutzer dann auf eine gecashte Seite, die eine Google-Übersetzung der fremdsprachigen Webseite enthält.
Noch sind die Ergebnisse von Google Übersetzung wenig beeindruckend. Wer etwa eine Suchanfrage zum "Anzeigenmarkt USA" eingibt, erhält eine Liste von englischsprachigen Sites zum Suchbegriff "Indicating market USA". Da die multilinguale Suche von Google auf einer eigentständigen Google-Übersetzungsdatenbank aufbaut (die auch für Google Translate verwendet wird), können die Ergebnissen letztlich nur so gut wie der Übersetzungindex sein. Und hier hat Google im Vergleich zu Anbietern wie Systran noch einiges aufzuholen.
Dennoch zeigt Google Übersetzung den ersten Schritt in eine Richtung auf, die die Auflösung der Sprachbarrieren im Internet verspricht. Diese Auflösung wirft allerdings auch einige Fragen auf, beispielsweise in Bezug auf das Copyright. Wie immer, wenn Google ein faktisch als "Content-Proxy" (Zwischenspeicher) fungiert, erhält der User bei Google Übersetzung eine volle Ansicht der gesuchten Webseiten auf Google selbst, ohne die Originalquelle überhaupt aufsuchen zu müssen. Das ist natürlich einerseits sinnvoll, weil der Nutzer die Originalseite in der für ihn unverständlichen Fremdsprache sonst wahrscheinlich gar nicht aufgesucht hätte. Dennoch verstößt dieser Ansatz gegen das Copyright im ursprünglichen Sinne, schließlich profitiert Google hier ungefragt von anderen Inhalten.
Mit der zunehmenden Trennung von Informationen und Inhalten sowie deren Aufbereitung wird diese Copyright-Frage in Zukunft an Gewicht gewinnen. Wenn beispielsweise Maschinen in der Lage sind, aus Texten automatisch Informationen zu filtern und aus diesen selbstständig in neue Formate zu generieren - liegt dann eine Copyright-Verletzung vor oder nicht? Oder anders: Wo beginnt das Copyright (bei der Idee, bei der Information, bei der ausformulierten These) - und wo hört es auf? Das traditionelle Copyright - soviel steht fest - hält für diese neue Welt noch keinerlei Regeln vor.
Sreenshot: Google Übersetzung übersetzt Suchanfragen automatisch in eine andere Sprache ...
... und übersetzt die durchsuchten Webseiten komplett in die Originalsprache des Nutzers (hier am Beispiel Wikipedia):




