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  • Digital Media Trends analysiert die Treiber der digitalen Medienzukunft. Der Author, Daniel Tschentscher, ist Entrepreneur, Berater und Zukunftsforscher und und blickt auf langjährige Erfahrungen in der strategischen Entwicklung von digitalen Medien zurück.

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09. März 2007

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Folgende Weblogs beziehen sich auf The Wisdom of the few:

» The Wisdom of The Crowds vs. The Wisdom of The Fews von myWhere2go - Blog von Stefan Berge
Einen etwas geänderten Blickwinkel auf die Funktionsweise von Social Communities habe ich heute bei DigitalMediaTrends gefunden. Dort wird beschrieben, dass entgegen der These aus dem Buch „The Wisdom of The Crowds“ häufig nur eine gewisse Elite ... [Mehr erfahren]

Kommentare

Sebastian Garn

Zu diesem Beitrag kann ich das passende Buch mit dem Titel die "Weisheit der Vielen" oder im Original "Wisdom of the crowds" von James Surowiecki empfehlen.

Allerdings vertrete ich eher die Meinung des Autors, dass es nicht darum geht innerhalb der Gruppe für Homogenität zu sorgen indem man nur Individuen herranzieht die man für die am besten - geeigneten hält.
Vielmehr macht gerade die Heterogenität die Weisheit der Vielen aus, da zum Beispiel weniger gut informierte Menschen innerhalb der Gruppe bei der Entscheidungsfindung bzw. Problemlösung andere Blickwinkel mit einbringen, selbst wenn diese noch so abstrakt sind.
Eine homogene Gruppe hingegen ist nichtt in der Lage diese unterschiedlichen Blickwinkel in die Problemlösung mit einzubringen, da Sie nur über beschränkte bzw. auf ein Gebiet ausgelegte Informationen verfügen.
Erst die Mischung von Experten und Laien sorgt dafür das alle Möglichkeiten und Blickwinkel einer Problemstellung berücksichtigt werden und die Informationen der heterogenen Gruppe zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden können.

Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag den ich in der nächsten Zeit auch mal in meinem Blog aufgreifen werde.

Klemens Höppner

Während ich grundsätzlich mit dem Gedanken der Wisdom of the Few übereinstimme, stolpere ich über den Teil "Sport und Börse: Geldwerte Prognose". Warum? In der Tat erinnert mich der Beitrag an eine schon seit geraumer Zeit im Investment Management geführte Diskussion. Nur wenige Analysten und Portfolio Manager liefern konsistente Prognosen über längere Zeiträume. Der weitaus größere Teil folgt dem Herdentrieb und schneidet nur durchschnittlich ab.

Wie nun mache ich mir den Wert der überdurchschnittlichen Prognosen zu Nutze (geldwerte Prognose)? Im Fall der öffentlich angebotenen offenen Investment Fonds läßt sich beobachten, dass die Starperformer - also die Few Wise Guys - nur eine bestimmte Zeit lang Starperformer bleiben. Nämlich so lange, bis zu viele Anleger ihnen ihr Geld anvertrauen und der Wise Guy auch in Titel investieren muss, die er nicht mehr so gut kennt bzw. den Wert seiner Anlage auf Grund der schieren relativen Größe seiner Investments manipuliert (vereinfacht gesprochen).

Die Lösung? Das sind diese kleinen Insekten, die neuerdings in aller Munde sind: Heuschrecken, auch als Hedgefonds bekannt. Sehr gute Manager gründen einen Hedgefonds, können dort das Volumen von Anlegergeldern beschränken und veröffentlichen auch ihre Anlagestrategien nicht (um sich vor Nachahmern zu schützen). Der Vorteil: Sie erzielen nach wie vor überdurchschnittliche Renditen und verdienen selber auch gut daran.

Allerdings, und deshalb stolpere ich, geschieht Letzteres nicht mehr in der Öffentlichkeit, sondern wahrlich im Geheimen (auf allen Präsentationen steht "confidential"). An der Börse gilt also der Grundsatz, dass die Zusatzrendite umso geringer wird, je mehr Teilnehmer auf die Wise Guys hören - die Märkte werden einfach effizienter, weil die Prognosen der Wise Guys den Prognosegegenstand selber beeinflussen. Und zu diesem Zeitpunkt beginnt dann das Smart Money "passiv" zu investieren, also die Entwicklung des reinen Marktdurchschnitts zu replizieren. Denn jetzt ist die Rendite der Wise Guys unter Marktdurchschnitt, weil die Kosten der Wise Guys zu hoch sind, der Geldwert pfutsch ist.

Wie ist das nun, wenn der Prognosegegenstand unabhängig von der Prognose ist, wie z.B. bei Sportwetten? Hier prognostiziere ich, dass der Geldwert der guten Prognosen auch umso mehr abnimmt, je mehr Teilnehmer auf diese Prognosen hören. Die Wettbüros werden einfach ihre Wettquoten entsprechend anpassen, um sicherzustellen, dass sie selber immer noch Gewinn machen.

Eine letzte Beobachtung aus dem Börsengeschehen als Gedankenanstoß: Viele von denen, die während der Anfangs- und auch der Hochzeit des neuen Marktes als Wise Guys angesehen wurden, waren es schon kurze Zeit nicht mehr. Hier hatten sich die Wise Guys durchaus auch gegenseitig hoch geschaukelt, bis die Realität sie dann überholte. Birgt ein breites Ratingverfahren, wie es oben beschrieben ist, nicht auch das große Risiko, dass diese "Wellen" größer werden?

tschentscher

Vielen Dank für diesen anregenden und gut durchdachten Kommentar!

Tatsächlich beruhen diese Überlegungen auf einem abnehmenden Grenzwert von Insiderwissen, also der These, dass "exclusives Wissen" (also in diesem Fall das Wissen der "Wenigen") mit seiner Vermarktung und damit allgemeinen Verfügbarkeit an Wert verliert.

Im Finanzumfeld und auch im Umfeld von Sportwetten, bei denen der "Return" der Einsätze mit der Orientierung der Massen an den Vorgaben der Experten abnimmt, ist dies sicherlich richtig. Allerdings zeigt sich hier oftmals - zumindest über einen begrenzten Zeithorizont - auch eine Art "selph fullfilling" prophecy. Bilden sich bei Aktienbewertungen beispielsweise wenige Experten heraus, die die Meinung der Massen beeinflussen, so beeinflussen deren Empfehlungen natürlich auch den Kursverlauf. Anders gesagt: Hält ein Experte eine Aktie für kaufenswert und orientieren sich andere Anleger an dessen Empfehlung, so sorgt die steigende Nachfrage - zumindest kurzfristig - für eine Kurserhöhung, so dass sich die Empfehlung des Experten dann "automatisch bewahrheitet". Ob diese Entwicklung dann langfristiger Natur ist, ist allerdings eine ganz andere Frage ...

Tatsächlich aber lässt sich der "Wisdom of the few"-Ansatz auch auf Szenarien anwenden, bei denen die allgegenwärtige Verfügbarkeit der Expertenmeinung deren "Wert" nicht beeinträchtigt, siehe die Beispiele zum Thema Mode- und Musiktrends oder etwa politische Einschätzungen. Natürlich können sich hier einzelne Experten auch als "Trendsetter" etablieren und damit allein durch ihre Einschätzungen das reale Resultat ihrer Prognosen beeinflussen, doch sinkt dadurch noch nicht der Wert dieser Aussagen. Zudem müssen Plattformbetreiber die Expertenaussagen nicht notwendigerweise an Dritte vermarkten, sondern können diese (etwa über den Einsatz von Gewichtungsalgorithmen) auch zur Optimierung ihrer eigenen Angebote nutzen (man denke hier beispielsweise an Musikplattformen).

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