In einem Prototypen haben Google Research Mitarbeiter ein Testsystem entwickelt, das über des interne Mikrophon des Computers die Audio-Signale in der Umgebung analysiert und darüber feststellt, welches TV-Programm gerade läuft. Parallel bietet das System dann – so die Vision - webbasierte Zusatzinformationen, Dienste und Shopping-Angebote an, die auf den Kontext des laufenden Programms abgestimmt sind.
Als potentielle Einsatzmöglichkeiten für das System schweben den Google-Entwicklern gleich mehrere Szenarien vor:
- Personalisierte Informations-Layer: Das Hemd von Tom Cruise in der aktuellen Szene? Können Sie gleich hier bei ihrem Händler um die Ecke bestellen.
- Ad Hoc Communities: Sie wollen die Show gerne mit anderen Zuschauern diskutieren? Mit einem Klick gelangen Sie in eine Community von Menschen, die gerade das selbe Programm wie Sie sehen.
- Real-time popularity ratings: Nielsen Daten sind ja schön und gut, doch erfordern sie den Einsatz spezieller Hardware und werden daher nur bei einer geringen Testgruppe von Zuschauern installiert. Für Werbetreibende wäre es Gold wert, wenn Sie die Popularität von Sendungen in realtime verfolgen – und zwar über eine große Zahl von Zuschauern hinweg.
- TV-Bookmarks: Sie möchten eine Ausstrahlung oder gar eine bestimmte Szene in ihren persönlichen Bookmarks speichern? Ein Klick, und schon können Sie die hinterlegt Sequenz später noch einmal on-demand über das Web abrufen.
Mit dem neuen System verfolgen die Google-Entwickler eine Kombination von „TV-Broadcasting“ und „Internet-Narrowcasting“. Der technologische Aufwand ist dabei überschaubar: Die aufgenommenen Audio-Signale werden lokal auf dem Computer gespeichert und dann in „5-Sekunden-Snippets“ an eine zentrale Datenbank gesendet, die diese mit dem aktuellen TV-Programm abgleicht. Da die Snippets nur in geringer Qualität gespeichert werden müssen, könnte mit einem GB Speicherplatz bis zu ein Jahr lang Fernsehprogramm aufgezeichnet werden.
Wichtiger als die technischen Details (PDF) wären jedoch die strategischen Implikationen eines solchen Systems: Mit der Live-Verfolgung des TV-Konsums könnte Google seine kontext-bezogenen Werbeplatzierungen von AdSense auch auf den Fernsehkonsum ausweiten. Zudem könnten Werbetreibende die Einblendungen von „Zusatzwerbung“ in einem Bieterverfahren bis auf die Ebene einzelner Filmszenen ersteigern. Und nicht zuletzt könnte Google die Kontext-Informationen aus dem Programm mit demographischen Daten und persönlichen Profildaten des Zuschauers, die bereits über eine Vielzahl von Applikationen wie GMail, Google Desktop Search etc. eingesammelt. Und dann heißt es wirklich: „Big Brother is watching you!“


Thanks for taking the time and effort in creating this content to share your knowledge with all of us.
Kommentiert von: Lesbianj Sexr | 02. Juni 2007 um 23:31 Uhr