Es scheint, als hätten langsam auch die Fachverlage begriffen, dass Ihnen mit Suchmaschinen wie Google & Co. gefährliche Konkurrenten heranwachsen. Bei Investitionsentscheidungen im B2B-Umfeld sind Suchmaschinen beispielsweise längst die erste Informationsquelle - keine schöne Aussichten für werbefinanzierte Print-Geschäfte.
Mit der neuen Suchmaschine Zibb.com will Reed Business Information jetzt im Wachstumsmarkt des Suchmaschinenmarketings mitmischen. Über einen Webcrawler hat Zibb dazu mehr als eine Milliarde Webseiten indexiert. Zudem haben Nutzer über das einfache Interface Zugriff auf alle Reed-Contents sowie auf mehr als zwei Millionen Lieferanten und zehn Millionen Produkte aus den Datenbanken des Verlags (bislang vorwiegend über Kellysearch vermarktet). Mittelfristig soll Zibb über Werbung refinanziert werden.
Offiziell wird das neue Angebot wird als "vertikale Suchmaschine" vermarktet, da der Crawler auch verlagsfremde Seiten indexiert und die Suchergebnisse - zumindest theoretisch - auf B2B-relevante Quellen fokussiert sind (nur 30% der indexierten Webseiten sind laut Reed für die Zielgruppe relevant).
Dabei versucht Reed, die Macht der strukturierten Datenbanken mit der freien Websuche zu verknüpfen. Bei einer freien Stichwortsuche schlägt Zibb beispielsweise verwandte Begriffe aus dem verlagsinternen Schlagwortregister als Suchbegriff vor:
Ob das ausreicht, um mit Google & Co. mitzuhalten? Wohl kaum. Spannender könnte es jedoch werden, wenn Reed seine strukturierten Daten aus den Datenbanken mit dem (unstrukturierten) Webindex des Crawlers verbindet. Dann wäre es beispielsweise möglich, gezielt die Webseiten von Firmen aus bestimmten Regionen zu durchsuchen. Und das können Google & Co. bislang nicht.


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